Stimmtrainertagung 2015

Tag 1

Neues aus der Stimmforschung

Ariane Willikonsky stellte aktuelle Forschungsergebnisse und Studien im Bezug auf die Stimme vor. So wurden unter anderem im Schläfenlappen sogenannte "Stimmzellen" gefunden, die für das Erkennen von Stimmen zuständig sind. Zudem konnte nachgewiesen werden, dass Männer mit tieferen Stimmen bessere Jobaussichten haben und Politiker mit tieferen Stimmen mehr Wahlstimmen erhalten. Die weiblichen Stimmen sind in den letzten Jahrzehnten in die Tiefe gerutscht. Früher betrug der Abstand von Männerstimmen im Vergleich zu Frauenstimmen im Schnitt eine Oktave, dies ist aktuell nicht mehr der Fall. 


Resonanz durch Spannungsausgleich

Barbara Zechel zeigte, wie man durch Reduzierung von Fehlspannungen die Stimmqualität verbessern kann.

Sie arbeitete insbesondere am Lösen von Verspannungen in den Füßen, Händen und im Schulterbereich ohne Präsenzverlust. 

Begonnen wurde im Liegen mit dem Registrieren von eventuellen Verspannung sowie einer bewussten Kraftreduzierung, z.B. beim leichten Anheben der Handgelenke, dann im Stehen über eine lockere aber stabile Haltung beim Schulterkreisen und letztlich beim Gehen ohne Anspannung in den Zehen oder Fersen.  


Funktionelle Stimmübungen

Jonathan Gottwald verdeutlichte uns die Bedeutung der Zungenspannung und Beweglichkeit für den Stimmklang. Hierbei stand die Weitung des Rachens sowie der vorderer Stimmsitzt im Vordergrund. Fehlspannungen in der Zunge führen, neben einer verwaschenen Aussprache, zu einem kloßigen, engen und resonanzarmen Stimmklang, daher ist es nicht nur im Hinblick auf die Artikulation sondern auch auf die Resonanz wertvoll, Zungenübungen durchzuführen. Des Weiteren gab er uns Tipps zum Erarbeiten eines weichen Stimmeinsatzes und zur Erweiterung der Resonanz über Körperübungen. 


Atemfunktion und Atemübungen 

Daniel Hünermund rief uns mit einem Atemquiz die anatomischen Grundlagen und die Funktionen der Atmung in Erinnerung. Zudem leitete er Übungen zur Atemführung und Atemvertiefung an. Ziel der Atemübungen war in diesem Workshop nicht nur die Verbesserung der Atemfunktion im Hinblick auf die Stimmqualität sondern auch die bewusste Einflussnahme auf vegetative Symptome zur Förderung der Gesundheit. So können Atemübungen auch Einfluss auf den Kreislauf, die Verdauung oder den Blutdruck nehmen. Zudem kann bewusstes Atmen Stresssymptome reduzieren oder uns mit neuer Energie versorgen.


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